Entwickelt wurde die „Wissensbilanz Made in Germany“ unter der Projektleitung des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK), Berlin in Zusammen-arbeit mit einigen Erstanwendern.
InCaS steht als Abkürzung für Intellectual Capital Statement — also ganz einfach Wissensbilanz!
In einer Wissensbilanz wird das intellektuelle Kapital mit seinen drei Kapitalarten erfasst zusammen mit unterschiedlichen Einflussfaktoren:
das Humankapital Ihres Unternehmens mit Einflussfaktoren wie
- Fachkompetenz,
- soziale Kompetenz der Mitarbeiter,
- Mitarbeitermotivation,
- Führungskompetenz,
das Strukturkapital mit Einflussfaktoren wie
- Führungsinstrumente,
- Produktinovationen,
- Prozess- und Verfahrensinnovationen,
- Unternehmenskultur,
- IT,
- explizites Wissen
das Beziehungskapital mit Einflussfaktoren wie
- Beziehungen zu Kunden,
- Beziehungen zu Lieferanten,
- Beziehungen zu Kapitalgebern,
- Beziehungen zu Kooperationspartnern,
- Beziehungen zur Öffentlichkeit.
Ihr firmenspezifisches Geschäftsmodell ist die Grundlage und der Maßstab für eine Bewertung, beispielsweise:
- Ziele,
- Visionen,
- Strategie,
- Geschäftserfolg,
- wesentliche Geschäftsprozesse,
- Unternehmensumfeld.
Anhand des QQS-Models wird geprüft, wie gut jeder Einflussfaktor des intellektuellen Kapitals auf der Basis Ihres Geschäftsmodells, bezüglich der
- vorhandenen Quantität, (Q)
- der vorhandenen Qualität, (Q)
- der vorhandenen Systematik (S)
zur Weiterentwicklung Ihres Geschäftsmodell für die Zukunft passt und zur Zielerreichung beiträgt. Im gleichen Arbeitsschritt wird dabei festgestellt, wo Maßnahmen angeraten sind, um die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens nachhaltig zu sichern bzw. zu verbessern.
Grundsätzlich kann eine Wissensbilanz für jedes Unternehmen, gleich welcher Branche, erstellt werden.
Sie können eine Wissensbilanz für Ihr gesamtes Unternehmen oder nur auf einen organisatorischen Teilbereich oder einen Standort erstellen. Es ist auch vorstellbar, nur für eine Produktfamilie eine Wissensbilanz aufzustellen.
Weil eine Wissensbilanz immer ein Blick auf die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens ist, gibt es vielfältige Anlässe:
- strategische Neuausrichtung,
- Expansion,
- Neustart,
- die Regelung der Unternehmensnachfolge,
- der anstehende Generationswechsel,
- die Optimierung bei Geschäftsprozessen,
- Optimierung der Kommunikation (extern, intern), oder
- zu wissen, wo stehe ich mit meinem Unternehmen und was ist zu tun, um dort hin zu kommen, wo ich mit meinem Unternehmen hin will.
Bei all diesen Punkten sollte das intellektuelle Kapital des Unternehmens auf den Prüfstand gestellt werden.
Die Wissensbilanz bildet die Basis für das Wissensmanagement in Ihrem Unternehmen.
Der durch die Wissensbilanz vorliegende Maßnahmenplan liefert Ihnen praktikable Vorgehensweisen zur Verbesserung der Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens.
Die Beziehung und Kommunikation zu externen Partnern wie Banken und Investoren lässt sich durch eine Wissensbilanz erheblich verbessern. Die finanziellen Rechnungslegung (Jahresabschlusss) wird durch die Darstellung des intellektuellen Kapitals wirkungsvoll ergänzt (Auswirkung auf das Rating durch die Banken).
Ein hervorragendes und effizientes Kommunikationsinstrument stellt die Wissensbilanz für die Öffentlichkeitsarbeit und für die Beziehung zu Kunden und Lieferanten dar.
Unbedingt! Für die Erstellung Ihrer Wissensbilanz ist Ihre Führungsunterstützung unabdingbar. Sie unterstützen die Wissensbilanzerstellung, sind beim Start dabei und nehmen danach, wann immer möglich, an den Workshops teil. Sie kommunizieren die Unternehmensvision, die Zielvorgabe und den Bilanzierungsbereich.
Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Bereichen und Hierarchieebenen bewerten im Prozess der Wissensbilanz-Erstellung die Wissensbasis des Unternehmens und seine Zukunftsfähigkeit.
Naturgemäß werden dabei auch unterschiedliche Positionen und Einschätzungen, oftmals auch konträr, diskutiert.
Die Aufgabe des Moderators besteht darin, aus einer neutralen Position heraus die Diskussion sachlich und zielorientiert zu steuern. Er ist Kommunikationshelfer für das Wissensbilanzteam.
Dieses gelingt durch eine externe und unabhängige Moderationskompetenz am besten; dadurch treffen Sie Vorsorge gegen eine mögliche Manipulation der Bilanz bei der Diskussion der weichen Produktionsfaktoren.
Der Gesamtprozess der Wissensbilanzierung erstreckt sich, je nach individuellen Gegebenheiten, über einen Zeitraum von etwa 3 bis 8 Wochen.
Für die Erstellung der Wissensbilanz sind drei Workshops (erfahrungsgemäß jeweils ein Tag) vorgesehen. Die Zusammensetzung und Größe des Wissensbilanzteams wird bestimmt von der Unternehmensgröße bzw. vom Bilanzierungsbereich. Die Gruppengröße des Wissensbilanzteams beeinflusst auch den Diskussions- und Zeitbedarf innerhalb des Workshops.
An Vor- und Nacharbeit für die Workshops sind durch den Projektleiter oder den Wissensbilanz-Moderator nochmals ca. 2 Tage anzusetzen.
Für die Einflussfaktoren des intellektuellen Kapitals Ihres Unternehmens
- wird ein Stärken- und Schwächenprofil erstellt;
- wird in einem Potenzialportfolio herausgearbeitet, wo Ansatzpunkte zu Verbesserungen liegen und das mit einem durchaus vertretbarem Aufwand und ohne weitere kostspielige Analysen;
- wird ein Maßnahmenplan erstellt, in dem die Handlungsfelder zur weiteren Bearbeitung aufgelistet werden mit Verantwortlichkeiten, Zeithorizont und geschätzten Kosten;
- werden aussagefähige Indikatoren gebildet, die die Messbarkeit der Veränderungen im Zeitablauf ermöglichen.
Für Ihr Unternehmen ist der Zusatznutzen der sich aus dem Kommunikationsprozess während der Bilanzerstellung ergibt von hohem Wert:
- Prozesse werden transparent (abteilungsübergreifend),
- Schwachstellen sichtbar (Abhilfe!),
- Strategien und Ziele verständlich (für die Mitarbeiter insgesamt)
Erfahrungen aus Moderationen zeigen, dass
- die Bindung Ihrer Mitarbeiter an Ihr Unternehmen gestärkt wird;
- die Identifikation mit den Zielen und Werten positiv beeinflusst wird;
- die Diskussionskultur und der konstruktive Umgang miteinander durch die qualitative Betrachtung des intellektuellen Kapitals als Grundlage der unternehmerischen Wertschöpfung in Ihrem Unternehmen gefördert und gestärkt wird.
Sinnvoll ist die Erstellung für Ihr Unternehmen auf jeden Fall bei einer strategischen Neuausrichtung oder bei einer Restrukturierung.
Eine pauschale Antwort darüber hinaus kann schwerlich erfolgen. Eine Regelmäßigkeit ist anzustreben, um den Fortgang der Entwicklung des immateriellen Vermögens zu dokumentieren und für die Kommunikation, extern und/oder intern, zu verwenden.
Sie sollten für Ihr Unternehmen Wissensbilanzen regelmäßig erstellen. Zwischen den einzelnen Betrachtungen ist in der Regel ein zeitlicher Abstand von 12 bis 18 Monaten ausreichend.
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Sinnvoll ist erneute Beschäftigung mit dem intellektuellen Vermögen eines Unternehmens auf jeden Fall bei einer strategischen Neuausrichtung oder bei Restrukturierungs- prozessen.
Wenn Bilanzen regelmäßig erstellt werden, liegt zwischen den einzelnen Betrachtungen in der Regel ein zeitlicher Abstand von 12 bis 18 Monaten.
Auf der Homepage des Arbeitskreis Wissensbilanz finden Sie Beispiele zu ausgewählten Wissensbilanzen von Unternehmen, die den Zukunftscheck bereits gemacht haben.
Sie allein entscheiden darüber,
- welche Zielgruppen bedient,
- welche Inhalte und Ergebnisse angesprochen,
- welche Ziele kommuniziert werden sollen,
- ob die Bilanz nur interne
- oder auch externe Verwendung finden soll.
Inhalte und Aufbereitungsform wählen Sie je nach Verwendungszweck. Die Wissensbilanz-Toolbox bietet dazu verschiedene Möglichkeiten und ermöglicht Ihnen auf einfache Art und Weise die Erstellung der von Ihnen gewünschten fertigen Bilanz.
Einige Unternehmen verwenden Teile der Ergebnisse für Marketingaktivitäten oder nutzen sie im Geschäfts-(Lage-)bericht.
Für Banken stellen Sie die Wissensbilanz anders zusammen als für eine Präsentation Ihres Unternehmens vor neuen Kunden.
Den optimalen Einstieg ins Wissensmanagement Ihres Unternehmens bildet die interne Verwendung der detaillierten Ergebnisse Ihrer Wissensbilanz. Hier werden die Ansatzpunkte für weitere Handlungsfelder sichtbar und ermöglichen ein besseres Management der weichen Erfolgsfaktoren.
Nutzen Sie die Ergebnisse als Kommunikations- und Managementinstrument intensiv!
So sichern Sie Ihr Unternehmen auch für die Zukunft nach dem Motto: Wir können den Wind nicht beeinflussen, aber die Segel richtig setzten.
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Walter Biendl
Management & Consulting
Baumgärten 17
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